Workshops

Themenworkshops „Einführung von Praxislernen in Betrieben“

 

Zwei Veranstaltungen zum Thema „Einführung von Praxislernen in Betrieben in der Sekundarstufe I“ wurden am 05.10.2017 in Neuruppin und am 30.11.2017 in Dahlewitz durchgeführt.
Es nahmen Schulleiterinnen und Lehrkräfte sowie zwei Mitarbeiterinnen von AGRARaktiv – Kompetenzzentrum Landwirtschaft und ländlicher Raum teil.

Die Veranstaltungen boten Informationen und Hilfestellungen in den verschiedenen Bereichen, die wichtig für die Einführung des Praxislernens sind. Denn bevor Betriebe angesprochen und Eltern einbezogen werden können, gilt es, die grundlegenden Säulen des Praxislernens aufzustellen. Dazu gehören zum Beispiel Entscheidungen über den zeitlichen Rhythmus oder die Frage, in welchen Jahrgangsstufen das Praxislernen stattfinden soll. Daher standen in den Workshops Fragen des Aufbaus, der Organisation und der Integration des Praxislernens in die schulischen Strukturen im Vordergrund.

Als wichtige Motive der Schulen für die Einführung von Praxislernen wurden genannt:

  • die Etablierung neuer Lernformen,
  • der Wunsch, Schülerinnen und Schülern bessere Motivation für die Bewältigung schulischer Aufgaben zu ermöglichen sowie
  • gute, berufliche Anschlussperspektiven zu schaffen.

Auch die Motivierung von Lehrkräften zu einer praxisbezogenen Unterrichtsgestaltung, um ein besseres Lernklima zu schaffen oder die Sicherung des Schulstandortes spielen eine Rolle.

Zu folgenden Themen wurden anhand von verschiedenen Materialien und konkreten Beispielen Informationen und Anregungen gegeben, diskutiert und Erfahrungen ausgetauscht:

  • aktuelle Rahmenbedingungen, Grundlagen und Qualitätskriterien des Praxislernens,
  • das „äußere Gerüst“ des Praxislernens – Vorstellung verschiedener Organisationsmodelle anhand von Jahrgangsstufe, zeitlichem Rhythmus und Integration in das bestehende BStO-Konzept,
  • die Integration der PXL-Struktur ins Schulcurriculum – Grundlagen der Fächereinbindung anhand der VV BStO, der Sekundarstufe I-Verordnung,
  • der Kontingentstundentafel und einer curricularen Einbindung am Beispiel, Betreuung und Nachbereitung des Praxislernens im Unterricht sowie
  • die Vorstellung einer möglichen Ablaufplanung bei der Einführung des Praxislernens.

Auch stellten manche Teilnehmenden bereits ihre Pläne zur Gestaltung des Praxislernens an ihrer Schule vor.

Eine besondere Herausforderung sahen die meisten Teilnehmerinnen und Teilnehmer in der Überzeugung des Kollegiums. Hier wurde unter anderem die Empfehlung gegeben, mit dem Praxislernen langsam zu beginnen und zunächst eine „PXL-Kerntruppe“ in der Schule zu bilden. Mit zunehmender Konkretisierung und Erfolg können sukzessive mehr Kolleginnen und Kollegen für die Mitarbeit gewonnen werden. Auch Fragen zur Gewinnung von Kooperationspartnern, der Finanzierung der Fahrtkosten oder der Betreuung im ländlichen Raum beschäftigten die Lehrkräfte und Schulleiterinnen. In diesem Zusammenhang stellten Frau Barkowski und Frau Rudert vom Kompetenzzentrum Landwirtschaft und ländlicher Raum ihre konkreten Möglichkeiten der Unterstützung bei der Gewinnung von Betrieben im Bereich der grünen Berufe vor.

Die Beschäftigung mit der Einführung des Praxislernens in Betrieben im Rahmen von Workshops wurde von den Teilnehmenden als sehr hilfreich eingeschätzt. Dazu gehörte die Diskussion in einem kleineren Teilnehmerkreis, was eine individuellere Auseinandersetzung ermöglichte. Ebenso wichtig war für die Teilnehmenden, dass ausreichend Raum für Erfahrungsaustausch bestand. Denn neben den grundsätzlichen Fragen lag der Bedarf auch im Austausch zu den vielen Detailfragen bei der Umsetzung.

Für künftige Workshops wurden sich unter anderem Veranstaltungen mit Unternehmen und Vertreterinnen und Vertreter der Wirtschaft sowie Anregungen zur Erstellung von Praxislernaufgaben gewünscht. Diesem Wunsch kommen wir nach, indem wir dieses Jahr im Mai und im Oktober je einen Workshop mit dem Schwerpunkt „Erstellung von Praxislernaufgaben“ ausrichten werden. Mehr Informationen dazu werden im nächsten Newsletter (Anfang Mai) bekannt gegeben.

Inhalte der beiden Veranstaltungen

Organisationsmodelle von Praxislernen in Betrieben – Möglichkeiten & Rahmenbedingungen

  • Ziele und Zielgruppen des Praxislernens
  • Zeitlicher Aufbau des Praxislernens – Jahrgangsstufen, Dauer, Rhythmus etc.
  • Aufbau der Stundentafel und einbezogene Fächer
  • Nachbereitung in der Schule
  • Organisation des Praxislernens an der Schule
  • Erfahrungsaustausch

Die Präsentation der Veranstaltungen Einführung von Praxislernen in Betrieben | .pdf (8 MB)